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Ausbildungsschule

Ausbildung von Referendarinnen und Referendaren

Unser Gymnasium bildet seit kurz nach seiner Gründung neue Lehrkräfte aus. Wir stellen uns dieser Aufgabe bewusst, um ausscheidende Kolleginnen und Kollegen in Schleswig-Holstein durch qualifizierte Nachfolgerinnen und Nachfolger zu ersetzen. Im Laufe der Jahre wuchs die Anzahl der Referendarinnen und Referendare immer stärker an. Mittlerweile sind wir mit derzeit 7 Ausbildungen an die Grenze der Leistungsmöglichkeiten unseres Kollegiums einschließlich unseres Schulleiters angekommen.

Wir bieten umfangreiche Facetten aus dem Handwerkszeug für eine erfolgreiche Lehrkraft an. Alle Mentorinnen und Mentoren unseres Gymnasiums besitzen die Qualifikation des IQSH für die Ausbildung von Referendarinnen und Referendaren.

In einem Netzwerk mit der Isarnho-Schule in Gettorf, der Jungmann-Schule in Eckernförde und dem Gymnasium Kronshagen besteht fast wöchentlich die Möglichkeit der gemeinsamen Hospitationen, um von möglichst vielen Lehrkräften vielfältige Rückmeldungen über die gehaltene Unterrichtsstunde zu erhalten und damit den eigenen Unterricht weiter verbessern zu können.

Wir bieten durch das IQSH qualifizierte Lehrkräfte für Ausbildung in den Fächern Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Französisch, Geschichte, Informatik, Kunst, Latein, Mathematik, Musik, Philosophie, Physik, Sport und Wirtschaft-Politik an. Derzeit weisen 17 Lehrkräfte unseres Gymnasiums die Qualifikation des IQSH auf.

Die Ausbildung der Referendarinnen und Referendare erfolgt nach den Bestimmungen des IQSH. Zusätzlich haben wir für unsere Schule eine Ausbildungsordnung in der Lehrer- und Schulkonferenz verabschiedet, die im Folgenden zu lesen ist.

Ausbildungskonzept für Referendarinnen und Referendare

Das Gymnasium Altenholz bietet Referendarinnen und Referendaren vielfältige Möglichkeiten, um eine umfassende Ausbildung zu erhalten und in der Praxis umzusetzen. Die folgenden Ausführungen haben Angebotscharakter, während die OVP für uns und die Referendarinnen und Referendare verpflichtend ist. Wir setzen auf einen hohen Grad an Selbstständigkeit der Referendarinnen und Referendare.

Unsere Schule ist traditionell bereit bis zu sechs Referendarinnen und Referendare gleichzeitig mit den Fächern Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Französisch, Kunst, Mathematik, Musik, Philosophie, Physik, Sport und WiPo auszubilden.

Sie weist ein Angebot auf, das neben dem vorgeschriebenen Unterricht Schülern auf vielen Gebieten zusätzliche Gelegenheit bietet, sich bis zum 13. Jahrgang zu einer Persönlichkeit zu entwickeln, die weiterhin selbstständig, eigenverantwortlich sowie erfolgreich lernen, arbeiten und leben kann. Die Referendarinnen und Referendare können derartige Angebote begleiten oder selbst gestalten.

Referendarinnen und Referendare bereichern unser Schulleben vielfältig wie z.B. durch das Hinterfragen einzelner gewachsener Strukturen, ihren unmittelbaren Kontakt zu Neuerungen und ihre Ansichten zu einem modernen Unterricht.

Eigenverantwortlicher Unterricht

  • Die Referendarinnen und Referendare erteilen nach fachlichen und organisatorischen Möglichkeiten eigenverantwortlichen Unterricht in allen drei Stufen unserer Schule.
  • Referendarin/Referendar und Ausbildungslehrkraft sollen möglichst in Parallelklassen eigenverantwortlichen Unterricht erteilen.
  • Kann die Referendarin/der Referendar während der Ausbildungszeit keinen eigenverantwortlichen Unterricht in einer der drei Stufen erhalten, so hat sie/er in diesem Bereich eine Unterrichtseinheit in Form von angeleitetem Unterricht nachzuweisen.

Hospitationen

Hospitationen finden im Unterricht der Ausbildungslehrkräfte, anderer Lehrkräfte der Schule, auch mit anderen Fächern als denen der Referendarin oder des Referendars, und in kooperierenden Schulen statt. Das Kollegium unserer Schule steht Hospitationen in seinem Unterricht positiv gegenüber und ist bereit, die besuchten Stunden auch zu besprechen.

  • Hospitationen, an denen auch andere Referendarinnen und Referendare, Ausbildungslehrkräfte, Ausbildungsleiter und Schulleiter teilnehmen können, werden über den Ausbildungsleiter unserer Schule zusammen mit der Referendarin/dem Referendar und der Ausbildungslehrkraft organisiert. Die Hospitationen, bei denen maximal acht Lehrkräfte als Gäste anwesend sein können, finden ab dem zweiten Semester einmal in jedem Semester statt, z.B. im Rahmen der Hausarbeit. Zu dieser Hospitation wird von der Referendarin/dem Referendar ein Entwurf angefertigt, wie er auch zur zweiten Staatsexamensprüfung vorgeschrieben ist. Die Besprechung der Unterrichtsstunde erfolgt durch die Ausbildungslehrkraft. Im zweiten und dritten Semester werden auch Lehrkräfte benachbarter Schulen gezielt eingeladen.
  • In Hospitationen bei anderen Lehrkräften als der Ausbildungslehrkraft können die Referendarinnen und Referendare insbesondere Unterrichtsschwerpunkte vertiefen oder neu kennen lernen, wie z.B. offene Unterrichtsformen, Binnendifferenzierung, Projektarbeit oder Stationsarbeit.
  • Die durchschnittliche Wochenstundenzahl der Hospitationen einschließlich angeleitetem Unterricht bei den Ausbildungslehrkräften entspricht der Differenz zwischen der Zahl der eigenverantwortlichen Stunden im Semester und der Zahl 14.
  • Der Umfang der Hospitationen an einer anderen Schule wird je nach Unterrichtsfach im Einzelfall geregelt. Daher erfolgt keine vorherige Abstimmung der Stundenpläne dieser Schulen untereinander.

Ausbildungslehrkräfte

  • sind Begleiter der Ausbildung. Sie stehen den Referendarinnen und Referendaren mit Rat und Tat zur Seite.
  • übernehmen die bisherigen Funktionen der Studienleiter vom IQSH.
  • vermitteln die allgemeinen Ausbildungsstandards und die für ihr Fach, die als ein Bestandteil der OVP durch das Kultusministerium vorgeschrieben sind. Diese stellen eine entscheidende Grundlage für die Beurteilung in der zweiten Staatsexamensprüfung dar.
  • führen in den schulpraktischen Alltag ein.
  • behalten auch dann die Verantwortung für ihren Unterricht, wenn hier eine Referendarin/ein Referendar unterrichtet.
  • tragen die Verantwortung für umfassende Lernmöglichkeiten der Referendarinnen und Referendare.
  • helfen bei der praktischen Umsetzung der pädagogischen, didaktischen und schulrechtlichen Grundlagen, die die Referendarinnen und Referendare an der Universität und am IQSH erhalten haben.
  • führen vor Beginn der Ausbildung und am Anfang jedes Semesters ein Orientierungsgespräch mit der Referendarin/dem Referendar durch, in dem feste Ziele für das folgende Semester schriftlich vereinbart werden. Am Ende des zweiten und dritten Semesters wird das Angestrebte reflektiert und bei Bedarf in veränderte Ziele umformuliert. Den beiden Orientierungsgesprächen am Anfang und Ende des ersten Semesters kommt eine besondere Bedeutung zu.
  • besprechen zu Beginn jedes Halbjahres den Lehrplan und seine Umsetzung (z.B. Stoffverteilungsplan, Verteilung der Klassenarbeiten und Tests) in allen Klassen und Kursen, in denen die Referendarin/der Referendar eigenverantwortlichen Unterricht erteilt.
  • teilen einer Neueinsteigerin/einem Neueinsteiger wichtige Fachkonferenzbeschlüsse mit, an die sich auch die Referendarin/der Referendar zu halten hat.
  • zeigen der Referendarin/dem Referendar verschiedene Unterrichtsformen. Für interessante Unterrichtsformen, die nicht in ihrem Unterricht vorkommen, vermitteln sie andere Lehrkräfte der Schule. Diese können der Referendarin/dem Referendar auch fachfremd sein.
  • unterstützen den Austausch von Unterrichtsmaterialien innerhalb der Fachschaft und geben Hinweise auf Literatur aus dem Bereich ihres Faches und der Pädagogik.
  • besuchen den eigenverantwortlichen Unterricht der Referendarin/des Referendars regelmäßig, in den ersten Wochen des ersten Semesters verstärkt.
  • halten grundsätzlich wöchentlich mindestens eine Besprechungsstunde ab, in der Grundlagen für eine erfolgreiche Unterrichtstätigkeit erarbeitet werden (z.B. Umsetzung der Stoffverteilungspläne, Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, Aufstellen und Korrigieren von Klassenarbeiten und Klausuren, Notengebung, Umgang mit Schülerinnen und Schülern, Gesprächsführung).
  • bieten der Referendarin/dem Referendar Unterricht unter Anleitung und Möglichkeiten zur Hospitation in verschiedenen Jahrgangsstufen an.
  • geben der Referendarin/dem Referendar Gelegenheit zur Beobachtung von Gesprächen mit Schülern und Eltern, damit diese/r die Erziehungs- und Bildungsarbeit im täglichen Leben in der Praxis kennen lernt.
  • sprechen sich regelmäßig über den Stand der Ausbildung ihrer Referendarin/ihres Referendars mit der zweiten Ausbildungslehrkraft ab und beziehen dabei die Schulleitung und den Koordinator für die Ausbildung der Referendarin/des Referendars mit ein.
  • bieten der Referendarin/dem Referendar an, sie/ihn mit auf ihren ersten Elternabend zu nehmen, um ihnen in der Praxis den Sinn und Ablauf eines Elternabends zu zeigen.
  • nehmen mindestens zweimal während der Ausbildungszeit eine Unterrichtsstunde der Referendarin/des Referendars per Videokamera auf und besprechen diese mit der Referendarin/dem Referendar. Die Aufnahmen dienen in erster Linie der Selbstanalyse und gehen unmittelbar nach der Aufnahme in den Besitz der Referendarin/des Referendars über.
  • arbeiten an der Erstellung und Evaluation eines schulinternen Ausbildungskonzepts mit. Sie sind diesem verpflichtet.
  • verständigen unverzüglich den Ausbildungsleiter und den Schulleiter, wenn die Ausbildung einer Referendarin/eines Referendars zu scheitern droht oder gravierende Probleme auftreten.
  • leiten die Referendarinnen und Referendare bei ihrer Selbstreflexion an.

Die Fach-, Lehrer- und Schulkonferenzen beraten und beschließen mittelfristig Standards für die Ausbildung der Referendarinnen und Referendare.

Referendarinnen und Referendare

  • Unsere Schule setzt bei den Referendarinnen und Referendaren das selbstständige und eigenverantwortliche Arbeiten voraus. Schwerpunkte in der Ausbildung legen sie selbst. Ausbildungslehrkräfte stehen ihnen auf dem Weg der Vorbereitung, der praktischen Durchführung und des Feedbacks mit Rat und Tat zur Seite.
  • Sie arbeiten in den Teamstrukturen der Schule mit. Zu ihrer Ausbildung gehören die zeitweise Teilnahme an einem Arbeitskreis der Schule wie auch die Teilnahme an Prüfungen und Schulveranstaltungen.
  • Sie besuchen in (den ersten Wochen) ihrer Ausbildung an einem Tag den gesamten Unterricht einer Klasse und in jedem ihrer Fächer an einem Tag den Unterricht von Lehrkräften, die nicht ihre Ausbildungslehrkräfte sind, damit sie die unterschiedlichen Verhaltensweisen von verschiedenen Lehrkräften bei ein und derselben Klasse bzw. von verschiedenen Klassen bei derselben Lehrkraft kennen lernen.
  • Es ist wünschenswert, dass Referendarinnen und Referendare Neueinsteigerinnen und Neueinsteigern eine Patenschaft für das erste Semester anbieten.
  • Sie nehmen in den ersten Semestern an einer mehrtägigen Wanderfahrt einer Klasse oder eines Kurses teil. Sowohl an der Vorbereitung als auch der Durchführung hat die Referendarin/der Referendar aktiv teilzunehmen. Vor der Planung der Fahrt sind von den Ausbildungslehrkräften der Wandererlass und der §45 des Schulgesetzes ausführlich zu besprechen.
  • Spätestens ab dem zweiten Semester übernimmt die Referendarin/der Referendar eine stellvertretende Klassenleitung in einer Klasse, in der sie/er eigenverantwortlichen Unterricht gibt.
  • Die Referendarinnen und Referendare treffen sich regelmäßig gemeinsam, um eine protokollierte Stunde vorzustellen, über die dann gemeinsam reflektiert wird.

Beratungen

Außer den Ausbildungslehrkräften, dem Ausbildungsleiter und dem Schulleiter stehen neben allen weiteren Kolleginnen und Kollegen gleichzeitig fünf ausgebildete Beratungslehrkräfte an unserer Schule den Referendarinnen und Referendaren zur Verfügung.

Der Ausbildungsleiter

  • lädt einmal pro Semester alle derzeitigen Ausbildungslehrkräfte sowie alle weiteren interessierten Lehrkräfte unserer Schule zu einem Orientierungsgespräch ein.
  • lädt die Referendarinnen und Referendare zu einer fest im Stundenplan verankerten Ausbildungsstunde ein, deren Inhalte sich aus bestimmten Themen und aktuellen Fragen aus dem Unterricht der Referendarinnen und Referendare ergeben. Sie enthält Aspekte der Pädagogik, Didaktik und des Schulrechts. Die Referendarinnen und Referendare nehmen aktiv an der Gestaltung der Ausbildungsstunde teil. Ausbildungslehrkräfte und alle anderen interessierten Kolleginnen und Kollegen können an der Ausbildungsstunde teilnehmen.
  • steht den Lehrkräften unserer Schule beratend für die Ausbildung zur Seite, wenn dies gewünscht wird.
  • kommt auf Wunsch mit in den eigenverantwortlichen Unterricht der Referendarinnen und Referendare.
  • lädt zu jeweils einer Hospitation, die im Rahmen jeder Hausarbeit liegen kann, gezielt Lehrkräfte aus umliegenden Schulen ein, die derzeit Referendarinnen und Referendare mit dem Fach ausbilden, das in dieser Hospitation zu sehen sein wird.

Unser Kollegium bietet allen Referendarinnen und Referendaren viele Facetten der täglichen Arbeit an. Neben dem normalen Unterricht reichen diese von Schwerpunkten einzelner Kolleginnen und Kollegen über bestimmte Unterrichtsmethoden und Förderung besonders Begabter bis hin zu vielen Arbeitsgemeinschaften.

Schüler unserer Schule organisieren für Schüler Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung in fast allen Fächern.

Eltern und Schüler befürworten ausdrücklich die Ausbildung von Referendarinnen und Referendaren an unserer Schule, damit wir auch weiterhin unseren Beitrag zur Qualifizierung von künftigen Lehrkräften an Gymnasien leisten.

Der Schulleiter besucht die Referendarinnen und Referendare mehrfach während ihrer Ausbildung in deren eigenverantwortlichem Unterricht.

Von unserer Seite wird eine Kooperation mit der Grundschule Stift angestrebt. Das Ausbildungskonzept, die wöchentliche Ausbildungs- stunde beim Ausbildungsleiter, Hospitationen und die Ausbildung von Ausbildungslehrkräften ab 2007 könnten zusammen gestaltet und weiter entwickelt werden.

Je nach Unterrichtsfächern der derzeitigen Referendarinnen und Referendare an unserer Schule streben wir wie oben beschrieben eine Kooperation mit umliegenden Schulen an.
 

laut Beschluss der Schulkonferenz am Gymnasium Altenholz vom 11.5.2005

Letzte Änderung: 26. Dezember 2008